© DAV Tuttlingen/Henrik Basler

Mountainbiken rund um Baiersbronn

Drei Tage Trailspaß

20.06.2026

MTB-Matschgaudi in Baiersbronn: Tag 1 trotzt dem Regen

Route: Trail T2 (Offizielle Baiersbronn Trails)

Daten: ca. 26 km, 430 hm

Planänderung beim Warm-up Kaum im gemütlichen Gästehaus Gaiser in Baiersbronn eingecheckt, zog Petrus auch schon alle Register: Dauerregen! Eine epische XXL-Runde fiel damit sprichwörtlich ins Wasser. Aber wir sind ja schließlich nicht aus Zucker. Kurzerhand wurde der "Matschplan" beim ersten Fachsimpeln angepasst: Sattel runter, Regenjacken und -hose an und ab auf den offiziellen „Trail 2“ der Baiersbronner Mountainbike-Strecken. Die perfekte Option, um dem Wetter zu trotzen und das Beste aus dem Tag herauszuholen.

Über klangvolle Höhenwege und nasse Trails Vorbei an Klosterreichenbach kurbelten wir uns gemütlich warm, bevor es auf die ersten Trails entlang des idyllischen Reichenbachtals in Richtung Stoffelhütte ging. Die Orientierung im Schwarzwald liest sich streckenweise wie ein Märchenbuch: Über Wege mit fast schon fabelhaften Namen wie Igelsberg, die knackige Hasensteige und den weitläufigen Horriswiesenweg ging es auf genialen Höhenwegen voran.

Der Grip wurde auf dem feuchten Waldboden zwar etwas flüssiger, aber der Spaßfaktor stieg proportional zum Schlammanteil. Belohnt wurden wir mit coolen, abwechslungsreichen Trail-Abfahrten, die uns schließlich auf die andere Talseite von Klosterreichenbach spuckten.

 

Das glückliche Finale im Schlammpackungs-Modus Die Schlussetappe führte uns vorbei an der Ailwaldhütte und der Überrainhütte. Und siehe da: Trotz nasser Wurzeln und aufgeweichtem Untergrund kamen alle Teilnehmer absolut sturz- und ausrutscherfrei durchs Gelände – die Fahrtechnik saß! Zurück in Baiersbronn zeigte der Tacho solide 26 Kilometer und 430 Höhenmeter. Das Ergebnis: Ordentlich eingesaute Klamotten, die typische Mountainbiker-Schlammpackung im Gesicht, aber ein breites Grinsen auf den Lippen.

Der gemütliche Ausklang Nach einer heißen Dusche ging es zum verdienten, geselligen Teil über. In der örtlichen Pizzeria – die übrigens absolut genial kocht und sehr zu empfehlen ist – ließen wir den Abend ausklingen. Bei gutem Essen, dem einen oder anderen verdienten Kaltgetränk und feinsten Biker-Gesprächen über Schlammlinien und Reifenprofil waren sich alle einig: Der Regen hat uns zwar erwischt, aber der Tourenauftakt war ein voller Erfolg!

Nach dem feuchten ersten Tag zeigt sich das Wetter heute von seiner besten Seite: trocken, angenehm warm, sonnig. Die Tour startet mitten in Baiersbronn mit einem knackigen Anstieg und einer langen Auffahrt zur Elmehütte. Von dort geht es hinunter ins Weißenbachtal – ein eher unspektakulärer Abschnitt auf einem halb zugewachsenen Forstweg Richtung Sesterteich, nur kurz aufgelockert durch zwei sehr kurze, aber nette Singletrails. Eine echte Verschwendung von 200 Höhenmetern. Das kann ja nur besser werden.

Mit frischer Motivation kurbeln wir hinauf zum Guldenberg und hier beginnt der Spaß: Der Tannenfels-Trail führt über Stock und Stein, bietet eine interessante Spitzkehre und ein von Komoot mit S4 bewertetes Stück, dessen Schlüsselstelle wir heute wegen einer glitschigen Wurzel lieber auslassen.

Am Anstieg zum Hirschlach gönnen wir uns eine kleine Stärkung mit Blick auf Obertal – genau dorthin führt der folgende Hirschlach-Trail. Gesäumt von kleinen Fichten und hohen Adlerfarnen rumpeln wir über einen abwechslungsreichen Mix aus Waldboden, Steinen, Wurzeln und Felsen hinunter nach Obertal. In der Sieberei füllt uns die freundliche Wirtin die Trinkflaschen auf, und weiter geht’s durch die Furt der Rotmurg. Die Sonne zaubert entlang des Flüsschens ein wunderschönes rot-grünes Farbspiel ins Wasser.

Jetzt macht der Name der Tour seinem Ruf wieder alle Ehre: Die Auffahrt zum Röhrsbächle fordert zunächst den allerersten Gang und den Oberschenkel-Turbo-Modus. Zur Entspannung rollen wir anschließend flowig auf dem Buhlbach-Trail dahin – doch irgendetwas stimm hier nicht: trockenes Laub auf dem Trail? Ach so, wir fahren ausnahmsweise durch ein kleines Laubwäldchen.

 

Weiter geht’s am ehemaligen Skilanglaufzentrum, heute dem Nordic Aktiv Zentrum Buhlbach, vorbei – Zeit für die nächste Stärkung. Danach folgt eine lange, aber angenehm zu fahrende Auffahrt. Die Mühe lohnt sich, denn der Burgkopf-Trail ist das Sahnestück der „Steile Hänge“-Tour. Von Komoot zunächst mit S2 bis zur Walterhütte und später mit S3 bewertet, verlangt er Fahrtechnik und volle Konzentration. Hier ist alles geboten, was das Mountainbikerherz begehrt, sogar aus Steinplatten gebaute Anliegerkurven.

Unten heil angekommen füllen wir am Scharrein-Brunnen erneut unsere Flaschen, rollen ein Stück auf dem Radweg bis Mitteltal und – wie sollte es anders sein – es geht wieder bergauf. Die letzten Trails erlauben dann ein entspanntes Cruisen bis zum Rosenplatz.

Zur Erfrischung gibt’s dort Radler und Eis in der Gelateria, und ein gutes Essen in der Pizzeria La Passione del Gusto rundet diesen herrlichen, aber anstrengenden Trailtag ab: 45 Kilometer und 1.500 Höhenmeter voller Abwechslung.

Mit einem Top-Frühstück mit allem Drum & Dran & sehr lecker starteten wir in unseren letzten Tag unseres schon traditionellen Baiersbronn – Bike-Wochenende. Die Wahl- die Hirschkopf Trailtour am letzten Tag – mit einem guten, trockenen Tag dazwischen zu machen, erwieß sich als goldrichtig.

Bietet sie doch den höchsten Trailanteil aller Baiersbronner Touren & sehr viele schöne Trails durch Tannenwälder mit vielen ordentlichen Wurzelfeldern. Diese waren nun nach dem Regen am ersten Tag schon wieder recht gut abgetrocknet, so dass wir sie so richtig genießen konnten.

Doch bevor es mit der Tour richtig losging, wollten wir nun bei gutem Wetter nochmal den kleinen Trailparcours in Baiersbronn näher unter die Lupe nehmen.

Vor allem die Holzelemente haben wir bei Regen doch lieber ausgelassen.

Ein paar Fahrten durch den Pumptrack, über wippen, hohe Stufen rauf & runter, Treppen auf- Und abwärts schärfte schon mal unsere Koordination & Sinne.

 

Nachdem wir uns hier ein bisschen ausgetobt hatten, starteten wir dann zum Tourenbeginn nach Klosterreichenbach.

Eine erste lange Auffahrt bringt uns zum ersten Traileinstieg –der erste Trail ist gleich der anspruchsvollste und bietet mit zwei ordentlichen Schlüsselstellen gleich recht früh eine echte Herausforderung. Diese gelten auch in der lokalen Bikerszene als Prüfstein.

Die schöne S-Spitzkehren-Kombination meistert diesmal auch Jens auf den ersten Ansatz komplett – Glückwunsch gut gemacht. Da läuft der Rest doch wie geschmiert.

Aber auch Martin hat auf seinem neuen Rad echte Erfolgserlebnisse – fast alles klappt wie am Schnürchen. Was ein richtig gutes Rad doch so alles möglich macht.

Und ich habe auch was davon – kann ich mein schönes Rad ohne Motor mal so richtig in Trail-Aktion beobachten.

Das schöne an dieser Trailrunde ist ja, dass nicht nur die Abfahrten aus Trails bestehen, sondern auch mancher Uphill & Transferstrecke über schönen Wurzelwegle führt. Was für ein Genuß

Fast zurück am Ausgangsort Klosterreicherbach – wo die Trailtour auch endet, gibt`s noch mal einen ordentlichen Uphill. Komisch – man könnte doch nun einfach zum Kloster ausrollen lassen und im schön lauschigen Biergarten ein Kaltgetränk genießen?

Aber es lockt einfach nochmal ein schöner Spitzkehrentrail zum Abschluss hinab nach Klosterreichenbach, den wir uns selbstverständlich noch als herrlichen Abschluss gönnen wollen.

Über den Murgtal-Radweg geht`s wieder entspannt zurück nach Baiersbronn zentral zum Rosenplatz. Statt Biergarten Eisdiele – dort gibt`s ja auch Bier.

Ein herrlicher Abschluss dreier wieder mal viel zu kurzer Tage.