© DAV Tuttlingen/Kirsten Klein

Klettersteige und Gipfel im Lechtal

Dreitägige Tour mit Ausblicken und Badestopps

14.08.2026

Mit sechs motivierten Teilnehmern startete die DAV-Sektion am Freitagmorgen um 6:00 Uhr mit Judith an der Spitze zur dreitägigen Tour ins Lechtaler Alpengebiet. Ursprünglich war die Gruppe größer geplant, doch ein kurzfristiger Ausfall aufgrund einer Verletzung konnte trotz Bemühungen nicht mehr nachbesetzt werden.

 

Tag 1: Gramais – Kogelseescharte – Kogelseespitze – Hanauer Hütte

Nach der Anreise erreichten wir Gramais und starteten gegen 10:00 Uhr bei zunächst noch frischen Temperaturen unsere Tour. Von Beginn an führte der Weg stetig bergauf durch das einsame Gramaisertal. Bereits nach zwei Stunden Höhengewinn öffnete sich der Blick auf den malerisch gelegenen Kogelsee, dessen tiefblaues Wasser einen eindrucksvollen Kontrast zur umliegenden Felslandschaft bildete. Dieser Einladung konnten wir natürlich nicht widerstehen: Ein erfrischendes Bad im Kogelsee sorgte für neue Energie.

Über die Kogelseescharte führte der Weg weiter zum Gipfel der Kogelseespitze (2.647 m), den die Gruppe gegen 14:30 Uhr erreichte. Das Gipfelkreuz bot nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern vor allem einen grandiosen Rundumblick auf die umliegenden Gipfel der Lechtaler Alpen.

 

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast begann der Abstieg zur Hanauer Hütte. Unterwegs bot sich ein wunderschöner Blick auf den türkis schimmernden Gufelsee.

Nach insgesamt 6,5 Stunden Gehzeit erreichten wir die Hanauer Hütte. Im Schatten der Terrasse warteten zunächst kühle Getränke auf die Gruppe, während sich einige Teilnehmer zusätzlich mit einem wohlverdienten Kaiserschmarrn stärkten.

Die Daten des ersten Tages konnten sich sehen lassen: 8,75 km Strecke, 1.297 Höhenmeter Aufstieg und 710 Höhenmeter Abstieg.

Am Abend ließen wir den gelungenen Auftakttag bei einem leckeren Essen à la carte und guten Gesprächen auf der Hanauer Hütte ausklingen.

Tag 2: Hintere Dremelscharte – Dremelspitze – Steinsee – Steinseehütte

Der zweite Tourentag begann um 8:00 Uhr. Von der Hanauer Hütte führte der Weg zunächst durch die Fels- und Gerölllandschaft der Hinteren Dremelscharte. 

Nach dem Abstieg Richtung Steinsee stand der Gruppe zunächst die Wahl offen: Entspannt am See verweilen oder den zusätzlichen Aufstieg zur Vorderen Dremelscharte in Angriff nehmen. Wie sich schnell herausstellte, war niemand an einem ruhigen Nachmittag interessiert. Die Begeisterung für weitere alpine Abenteuer war ungebrochen, und so wurden die Rucksäcke erleichtert, unnötiges Gepäck deponiert und gemeinsam der Aufstieg begonnen.

 An der Scharte angekommen bot sich schließlich noch die Möglichkeit, die Dremelspitze (2.733 m) zu besteigen. Dieser Gipfelanstieg verlangt alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Freude am leichten Klettern. 

Auch der Abstieg verlief sicher und konzentriert. Zurück am Steinsee fiel die Entscheidung leicht: Ein ausgedehntes Bad im kühlen Wasser inklusive biologisch abbaubarer Seife sorgte für die nötige Erfrischung nach dem langen Gipfeltag. Anschließend führte der letzte Kilometer gemütlich bergab zur Steinseehütte, wo die Gruppe den Abend in entspannter Atmosphäre verbrachte.

Die Statistik des Tages: 7,0 km Strecke, 988 Höhenmeter Aufstieg und 841 Höhenmeter Abstieg bei knapp acht Stunden Gesamtzeit.

Tag 3: Steinkarklettersteig und Rückkehr nach Gramais

Bereits am Vorabend hatte sich ein Wetterwechsel angekündigt. Dunkle Wolken zogen über die Berge, und die Wetterprognose versprach Gewitter. Da für den dritten Tag der Steinkarklettersteig geplant war, wurde gemeinsam die Situation bewertet.

Die Devise war klar: Safety first. Sollte es die gesamte Nacht durchregnen, würde direkt ins Tal abgestiegen werden. Würde der Regen jedoch rechtzeitig aufhören, könnte der Klettersteig unter sicheren Bedingungen begangen werden.

Wie vom Hüttenwirt prognostiziert, endete der Regen in den frühen Morgenstunden. Die aufgeheizte Sommerluft sorgte für eine rasche Abtrocknung des Felses, sodass die Durchführung der Tour möglich war.

Der Steinkarklettersteig (B/C) bot noch einmal abwechslungsreiche alpine Herausforderungen und großartige Ausblicke über die umliegenden Gipfel. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Klettersteigs folgte der Abstieg zunächst über Geröllfelder „surfend“ zum Gufelsee, der ein letztes Mal für eine ausgiebige Badepause genutzt wurde. Gestärkt und erfrischt begann danach der lange Abstieg entlang des Otterbachs hinunter nach Gramais.

Zurück im Tal war die Freude über die gelungene Tour groß. Bevor die Heimreise angetreten wurde, kehrte die Gruppe noch im Gasthaus Alpenrose ein, wo die verdiente Belohnung in Form von Speis und Trank auf die Teilnehmer wartete.

Die technischen Daten des letzten Tages: 10,7 km Strecke, 547 Höhenmeter Aufstieg und 1.267 Höhenmeter Abstieg.

Fazit

Drei Tage lang zeigte sich das Lechtal von seiner schönsten Seite: beeindruckende Gipfel, einsame Bergseen, spannende Kletterpassagen, abwechslungsreiche Hütten und viele gemeinsame Erlebnisse in einer harmonischen Gruppe. Von der Kogelseespitze über die anspruchsvolle Dremelspitze bis hin zum Steinkarklettersteig bot die Tour alles, was das Bergsteigerherz begehrt.

Ein besonderer Dank gilt Judith Riess-Frohberg für die ausgezeichnete Organisation!