© DAV Tuttlingen/Martin Ruisz

Skitourenausbildungskurs im Tannheimer Tal

Drei Tage Theorie und Praxis

24.01.2026

Eine bunt gemischte Gruppe aus Einsteigern und fortgeschrittenen Tourengehern traf sich im bewährten Selbstversorgerhaus in Haldensee. Schon am Freitag ging es nach der Ankunft direkt los: Vom Parkplatz stiegen wir über die ungespurte Piste des stillgelegten Skigebiets Krinnenalpe Richtung Krinnenspitze auf. Nach rund 680 hm endete der Aufstieg auf etwa 1750 m an einem südseitigen Hang, an dem die Schneelage zu dünn wurde.

Die Pause am sonnigen Hang tat der Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil. Gemeinsam mit Albrecht konnten wir die Hänge der gegenüberliegenden Seite beobachten und typische Gefahrenzonen direkt im Gelände besprechen.

 

 

 

Bei strahlend blauem Himmel folgte eine Abfahrt über meist harte Schneeoberfläche, die zumindest halbwegs hielt, was sie versprach. Abends stärkten wir uns mit selbstgemachter Spaghetti Bolognese und planten unter Anleitung die Tour für den nächsten Tag.

Tag 2 – Über das Älpele zur Feldalpe

Bei bestem Wetter führte uns die Tour von Tannheim über das Älpele hinauf zur Feldalpe unterhalb des Gaishorns. Nach knapp 800 hm erreichten wir auf rund 1850 m unseren höchsten Punkt – inklusive eines kleinen Highlights: dem frisch getauften Lukas-Kreuz. „Einer alten Sage zufolge erscheint am Gipfel manchmal ein Kreuz, wenn ein besonders kreativer Geist dabei ist. Dieses Mal war es das Lukas-Kreuz.“

 

„Die Abfahrt über Harsch und Bruchharsch war fordernd, spontane Spurwahl und ein bisschen Kreativität in der einen oder anderen Passage waren definitiv gefragt.“ Alle erreichten aber sicher unser Ziel das Älpele.

Dort konnten alle Teilnehmer unter Albrechts Anleitung das Suchen mit dem eigenen LVS-Gerät üben – inklusive geschickt verstecktem Suchobjekt.

Der Abend klang bei Bratwürsten, Kartoffelsalat und Maultaschen aus, bevor wir erneut gemeinsam die Tourenplanung nach der 3×3-Methode durchführten.

 

Tag 3 – Richtung Sulzspitze & Schneeprofil

Am Sonntag stand eine Tour Richtung Sulzspitze auf dem Programm. Nach etwa 570 hm auf rund 1700 m folgte ein weiterer Ausbildungsbaustein: das Schneeprofil. Albrecht und Lukas gruben einen Schacht aus. Albrecht erklärte die Vorgehensweise und legten einen Rutschblock frei. An der sauber abgezogenen Wand konnten wir die Schichten ertasten – Härte, Kornform, Übergänge. Ein anschließender Klopf- und Kompressionstest brachte den Block in Bewegung.

Der Moment war eindrucksvoll und lehrreich: „Der Rutschblock hat uns freundlich, aber bestimmt gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, keine steileren Hänge zu betreten.“

 

Albrechts oft hervorgehobene GKM=R-Regel (Gefahr – Konsequenz – Maßnahmen = Risiko) zog sich wie ein roter Faden durch alle drei Tage und schärfte unseren Blick dafür, Situationen vor und während der Tour fortlaufend zu hinterfragen. Bei leichtem Schneefall fuhren wir anschließend auf dem gleichen Weg zurück zum Parkplatz am Haldensee.

 

Fazit

Drei Tage mit Traumwetter, eine harmonische Gruppe, viel Praxiswissen und abwechslungsreiche Touren. Die Kombination aus Bewegung, Ausbildung und guter Stimmung war rundum gelungen – und ist absolut empfehlenswert.

Ein herzliches Dankeschön geht an unseren Tourenguide und Ausbilder Albrecht, der uns mit Ruhe, Fachwissen und Humor durch das Wochenende geführt hat.